Unermüdlich und beharrlich den "Gegenkräften" widerstanden

BT 28.09.2019

Nach 20 Jahren als Ortsvorsteherin von Oberweier wird Rosalinde Balzer mit vielen Dankesworten verabschiedet

Von Elke Rohwer

Gaggenau - Viele Freunde, Bekannte und Wegbegleiter waren am Donnerstag ins Pfarrgemeindehaus nach Oberweier gekommen, um bei der offiziellen Verabschiedung von Rosalinde Balzer als Ortsvorsteherin dabei zu sein. Vertreter der Oberweierer Vereinslandschaft sowie Kollegen aus der Kommunalpolitik fanden anerkennende Worte. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von René Müller und Günter Huck sowie den Jungmusikern Florian Böck und Tilmann Knoerzer vom Musikverein Eichelberg Oberweier. Bevor die eigentliche Verabschiedung vorgenommen wurde, ehrte Oberbürgermeister Christof Florus Rosalinde Balzer für ihre 25-jährige Arbeit im Ortschaftsrat und ihre 20-jährige Amtszeit als Ortsvorsteherin von Oberweier mit einer Urkunde und der Silbermedaille der Stadt Gaggenau. Der neue Ortsvorsteher Michael Barth wurde für 20 Jahre konstruktive Arbeit als Ortschaftsrat mit der Medaille in Bronze ausgezeichnet. "Sie sind ein Mann der Tat und haben sich um viele wichtige Dinge in Oberweier verdient gemacht", sagte Florus. "Ich freue mich, dass Sie sich bereit erklären, wie schon Ihr Vater zuvor, Verantwortung als Ortsvorsteher zu übernehmen."

ov oberw 20190928Als "Mammutaufgabe, mit der sie in die Geschichte Gaggenaus eingehen wird", bezeichnete Florus Rosalinde Balzers Amtszeit. Das Stadtoberhaupt hob die Hartnäckigkeit hervor, mit der sich die scheidende Ortsvorsteherin für Oberweier und Niederweier eingesetzt hat. Als große Erfolge nannte Florus unter anderem die 900-Jahr-Feier von Oberweier 2002, die Festplatzüberdachung, die Sanierungsmaßnahmen der Eichelberghalle und der Grundschule, die Einführung der Tempo-30-Geschwindigkeitsbegrenzung in Teilen des Ortes, die Entwicklung der Mülldeponie in eine moderne Entsorgungsanlage sowie die Erschließung der Baugebiete Pfarrgarten und Im Eck.

Anerkennende Worte fand der OB für Balzers öffentliche Präsenz sowie ihre Netzwerkarbeit, wenn es um ehemalige Flüchtlinge oder Menschen mit Behinderungen geht. "Du bist für mich eine Beraterin in Sachen Inklusion und barrierefreie Zugänge, die auch mal den Finger in die Wunde legt."

Rosalinde Balzer nahm die Zuhörer anschließend mit auf eine Zeitreise durch die vergangenen Jahre ihrer Amtszeit. Neben erreichten Zielen zeigte sie sich auch kritisch und nachdenklich: "Als ich als Ortsvorsteherin gewählt wurde, haben mir, einer berufstätigen Alleinerziehenden mit einer behinderten Tochter, manche das Amt nicht zugetraut. Je länger ich im Amt war, desto mehr politische Gegenkräfte wurden aktiviert. Die letzte Legislaturperiode war wohl die anstrengendste. Dennoch blicke ich mit Dankbarkeit und Demut zurück."

Jürgen Alandt dankte Rosalinde Balzer im Namen der CDU-Fraktion von Oberweier. Dorothea Maisch überbrachte die Grüße der CDU-Gemeinderatsfraktion und lobte Balzers unermüdliche Art, für Oberweier zu kämpfen. "Du warst die erste Ortsvorsteherin in Gaggenau. Familie, Beruf und Ehrenamt - du hast uns gezeigt, dass das funktionieren kann.

Nach herzlichen Worten von René Müller, dem Vorsitzenden des Musikverein Eichelberg Oberweier, ergriff der neue Ortsvorsteher Michael Barth das Wort. "20 Jahre warst du die Chefin des Gremiums, und ich ging 20 Jahre bei dir in die Lehre. Vielleicht bereitet dir die neue Aufgabe als Ortschaftsrätin ein mulmiges Gefühl, aber ich bin sicher, das schaffst du auch!"

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