„Stimmung eindeutig: eWayBW will in der Region niemand“

BT 20.03.2020

Große Resonanz auf Unterschriftenaktion: In kurzer Zeit unterzeichnen 1 000 Bürger – natürlich mit desinfizierten Kugelschreibern

Gaggenau (red) – „Das Coronavirus ist uns leider etwas in die Quere gekommen, dennoch sind wir mit dem Ergebnis der Unterschriften-Aktion sehr zufrieden“, berichtet Brigitte Schäuble, die CDU-Kreisvorsitzende. Gemeinsam mit Elke und Heinz Adolph von den Freien Wählern habe man in kürzester Zeit 1 000 Unterschriften gegen eWayBW gesammelt.

„Viele haben uns signalisiert, dass sie auch noch gerne unterschreiben würden und zahlreiche bereits ausgefüllte Listen sind noch unterwegs“, erklärt Schäuble weiter. Die Gaggenauer nähmen die Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus zu Recht sehr ernst. Die Fußgängerzone war längst nicht so gut besucht wie an einem normalen Samstag, „sonst wären sicherlich noch viel mehr Bürgerinnen und Bürger zum Unterschreiben vorbeigekommen“, lautet ihr Fazit.

Trotz ständig desinfizierter Kugelschreiber werde man aufgrund der mittlerweile weiter gewachsenen Ansteckungsgefahr das Risiko nicht mehr eingehen und das Unterschriftensammeln vorerst einstellen. „Die Stimmung der Bürgerinnen und Bürger war eindeutig, eWayBW will in der Region niemand“, fasst Brigitte Schäuble die Kommentare zusammen. Allein der grüne Verkehrsminister klammere sich an das Projekt, das allgemein als überflüssig und zu teuer angesehen wird. „Die meisten ärgern sich über die vorhersehbaren Staus und das Verkehrschaos, das die Baumaßnahme unweigerlich mit sich bringen wird“, macht Heinz Adolph der Unzufriedenheit der Murgtäler Luft. Sowohl die Anwohner an den Umleitungsstrecken, als auch die Pendler im Murgtal werden enorm belastet sein – „und das mindestens ein halbes Jahr lang“. Eine Zumutung, über die man im fernen Stuttgart wohl keine Vorstellung habe.

„Ewiggestrige Ideologen im grünen Ministerium“

Die Pilotstrecke werde keinerlei neue Erkenntnisse bringen, meint Andreas Paul, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gaggenauer Gemeinderat. „An der A 5 in Richtung Frankfurt kann man besichtigen, wie die Anlage aussehen wird – und kein Lkw weit und breit, der am Stromabnehmer hängt.“ Die B 462 sei an den vorgesehenen Stellen den bereits vorhandenen Teststrecken vergleichbar, „was soll das Ganze also bringen?“

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) hält immer noch an den Plänen fest, „das kann also nur politisch geklärt werden“, meint Alexander Becker, Landtagsabgeordneter der CDU, der auch an der Umfrage-Aktion teilgenommen hat. Gemeinsam wolle man alle Register ziehen und an den Verkehrsminister appellieren, den Stecker aus dem Projekt zu ziehen. Nun sollen die Unterschriften in Stuttgart übergeben werden, „in der Hoffnung, dass man dort noch zur Besinnung kommt. Oberleitungen für Lkw als Innovation zu verkaufen, ist unglaublich. Nicht wir im Murgtal sind die Rückwärtsgewandten, sondern die ewiggestrigen Ideologen im grünen Verkehrsministerium, denen die Menschen hier ziemlich Wurst sind“, so Schäuble.

Badisches Tagblatt