Miserables Abschneiden

Liebe Mitglieder der Hördener CDU,

das Ergebnis der Landtagswahl ist verheerend ausgefallen. Wir in Hörden haben 10,8 % verloren. In anderen Ortsverbänden im Murgtal und in den Stadtteilen von Gaggenau sieht es ähnlich oder noch schlechter aus.

Die uns fehlenden Stimmen haben sich bei der FDP und den Grünen angesiedelt.

Es braucht sich niemand zu wundern, warum das Ergebnis so ausgefallen ist. Erstens das Pandemie-Management in Brüssel und Berlin und die einfach nicht in die Gänge kommenden Corona-Impfungen. Zweitens die Bereicherung in der Maskenaffäre von einigen CDU/CSU-Politikern. Es ist beschämend, dass so etwas geschehen ist. Mein Gefühl sagt mir, dass da noch was kommen wird, vielleicht auch von anderen Parteien.

Momentan hakt ja alles auf der CDU herum und die Opposition hat Oberwasser. Wie man mit Frau Eisenmann nach der verlorenen Wahl umgeht, finde ich auch unmenschlich. Sie hat sich ja bemüht, war sie auch nicht die geeignete Spitzenkandidatin, aber für vieles kann sie ja nichts. Man hat sie jetzt förmlich im Regen stehen lassen und abserviert.

Es wird alle Kraft und viel Anstrengung brauchen, bis Vertrauen zurückgewonnen werden kann. Die nächsten Wochen und Monate werden uns fordern, damit die Vorbereitungen für die Bundestagswahl reibungslos getroffen werden können.

Hoffentlich gelingt es, dass das Ruder wieder herumgerissen werden kann und sich Protestwähler wieder zur CDU bekennen. Dennoch, wir sollten uns nicht niedermachen lassen. Vielleicht bekommen wir noch einen fähigen Kanzlerkandidaten, der das schlingernde Schiff wieder auf den richtigen Kurs lenkt. Die nächsten Tage werden auch entscheidend sein, wie es in Baden-Württemberg weitergeht – schwarz-grün oder die Ampellösung?

Eine Bitte habe ich noch, haltet der CDU die Treue. Wir an der Basis können auch nichts für Fehlentscheidungen aus Brüssel und Berlin. In meiner jahrzehntelangen Vorsitzendenzeit der Hördener CDU gab es in der Vergangenheit auch durch die Spendenaffäre unter Kohl Wählerverdruss. Dennoch ging es wieder aufwärts. So soll und muss es nun auch weitergehen mit neuen Köpfen in der Landes- und Bundes-CDU.

Gruß Marietta

Mutige Männer wagen demokratischen Neubeginn

BT 11.01.2021

CDU-Ortsverband Hörden besteht seit 75 Jahren / Marietta Zdun-Burkart seit 33 Jahren an der Spitze

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Das Bild entstand während einer Landtagsfahrt der Ortsgruppe im Januar 1991, anlässlich der Antrittsrede von Dr. Thomas Schäuble als Verkehrsminister. Foto: CDU Hörden / privat

Gaggenau (vgk) – Sein 75-jähriges Jubiläum kann in diesem Jahr der CDU-Ortsverband Hörden feiern. Mutige Männer der ehemaligen Zentrumspartei wagten am 1. Januar 1946 unter dem Vorsitz von Josef Karcher den demokratischen Neubeginn vor Ort.

Die während der Weimarer Zeit und in den darauffolgenden Jahren des Zweiten Weltkriegs gemachten Erfahrungen waren für sie mahnende Ratgeber und prägten das politische Handeln aller Beteiligten im Flößerdorf.

Das Verbot aller verfassungsmäßigen Parteien durch das Ermächtigungsgesetz und die Gleichschaltung der Länder mit dem Reich 1933 waren entscheidende Schritte gewesen, legale politische Betätigungen bis in die Gemeinden vor Ort zu untersagen. Das sollte nach dem Willen der Gründungsväter der Orts-CDU nie wieder geschehen.

Der erste Vorsitzende, Josef Karcher, führte im Sinne der freien Meinungsäußerung 23 Jahre lang die Geschicke der Hördener CDU. Dies gemeinsam mit Dominik Reuter (Mesner), Wilhelm Müller, Willi Hitzfeld, Augustin Knapp, Rudolf Streb, dem damaligen Bürgermeister Josef Haller und Pfarrer Georg Ratz. Außerdem machten sich Karl Rahner, Karl Rothenberger, Georg Lang, Norbert Rothenberger und Herman Regehr um Ort und Partei verdient. Bis ins hohe Alter setzte sich Josef Karcher unermüdlich für das Wohl seiner Gemeinde ein. Er verstand es zudem, im Gemeinderat oder als Parteivorsitzender, stets politische Realität und menschliche Aufrichtigkeit in Einklang zu bringen und im Alltag umzusetzen.

„In einem Presseartikel von 1985 würdigte der damalige Ortsvorsteher Willibald Karcher, wie der Parteigründer, der alle politischen Zeitströme selbst erlebt hat, stets darauf bedacht gewesen ist, sein erlangtes Wissen und seine persönlichen Erfahrungen jüngeren Parteikollegen weiterzugeben. Dies in Sorge, dass auch zukünftig politische Fehlentscheidungen der Vergangenheit und die Wiederholung alter Fehler vermieden werden können“, schreibt dazu die Vorsitzende des Ortsverbands, Marietta Zdun-Burkart.

Bis zur Übernahme des Vorsitzes durch Georg Lang, zudem jahrzehntelang Kassierer des Ortsverbands, führte Hermann Regehr von 1968 bis 1969 die Hördener CDU kommissarisch.

Mit Udo Lang als Vorsitzenden von 1973 bis 1986 läutete die Partei den Generationenwechsel ein. Er erhielt sein politisches Rüstzeug in der Jungen Union, die zu damaliger Zeit äußerst aktiv in der Ortspolitik unterwegs war. Auf Lang folgte Dr. Joachim Frank. Sein Stellvertreter war Dieter Schwan.

Im Januar 1988 wurde erstmals mit Marietta Zdun-Burkart eine Frau an die Spitze des Ortsverbands gewählt. Seit 33 Jahren engagiert sie sich mit Herzblut für die Parteiarbeit, genauso wie für die Kommunalpolitik vor Ort. Was sich nicht zuletzt in den guten Ergebnissen für die Organisation im Rahmen der Kommunalwahlen widerspiegele, wie ausgeführt wird.

Gleichwohl stellt nach eigener Aussage Zdun-Burkart das konstruktive Miteinander aller im Ortschaftsrat vertretenen Parteien in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Als Beispiel nennt sie eine überparteiliche Interessengemeinschaft, die „Initiative kreuzungsfreie Anbindung der Essel an die B 462“, um sich auf höherer Ebene Gehör zu verschaffen.

Im Jubiläumsjahr besteht das Führungsteam des Ortsverbands neben Zdun-Burkart aus deren Stellvertreter Mathias Albrecht, Kassierer Michele Bevacqua, Schriftführer Werner Burkart und den Beisitzern Jonas Albrecht, Torben Glasstetter, Tatjana Joos-Strößner, Christian Kientz, Peter Mack, Michael Schiel und Dieter Schwan. Rechnungsprüfer sind Bernd Kraft und Günter Häfele.

Für Hörden gute politisch Arbeit zu leisten ist auch heute noch das Ziel. Ebenfalls steht das Gewinnen junger Mitglieder im Fokus, nicht zuletzt vor dem Hintergrund eines solidarischen Generationenvertrags. „In jeder Hinsicht eine Herausforderung, die in Gewicht und Ausmaß den Anforderungen der Stunde Null nach 1945 an unsere Gründungsväter in nichts nachstehen und tragfähige Lösungen erfordern“, skizzierte die Vorsitzende das Kommende.

Die noch immer vorherrschende Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Regelungen verhinderten bisher eine Jubiläumsfeier in großem Stil. Der Ortsverband hofft deshalb, im Juni oder Juli dieses Jahres die Feier im Klubhaus des Hundevereins im Laufbachtal nachholen zu können.